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Rezensionen zu Ausweitung der Kampfzone

Wenn man nach Rezensionen für den Roman "Die Ausweitung der Kampfzone" von Michel Houellebecq sucht, findet man sehr viele Artikel darüber. Ich möchte mich in diesem Eintrag auf die Rezension des Spiegels aus dem Jahre 1999 beziehen.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9507485.html


In diesem Artikel wird der Ich-Erzähler als einsamer, kontaktunfähiger, zynischer und doch sensibler Informatiker dargestellt. Das ist soweit richtig, doch ich finde die Begründung des Spiegels nicht ganz passend. Der Spiegel sagt, dass der Ich-Erzähler sich als "erotischer Versager" fühlt und deshalb einsam ist. Ich glaube da steckt mehr dahinter, immer wieder spricht der Ich-Erzähler von seiner Ex-Freundin Veronique, jedoch erzählt er nie genau wieso sie sich getrennt haben. Sie hätte sich einer Psychoanalyse unterzogen und wäre dann nicht mehr sie selbst gewesen. Ich denke diese Trennung war der Auslöser für seine Depression, sie ist sozusagen sein Schrei nach Liebe. Nur wegen seiner gebrochenen Liebe verachtet der Ich-Erzähler nun Frauen, vor allem beruflich ehrgeizige Brillenträgerinnen, und Analytiker. Jedoch ist der Ich-Erzähler selbst ein Analytiker. Er analysiert seine Umgebung und nimmt wahr was einige, seiner Meinung nach, nicht wahrnehmen. Sein Schrei nach Liebe wird schon quasi zum Hassgesang der sich durchs ganze Buch zieht. Am Ende stellt der Autor nämlich klar dar, dass alle depressiven Menschen, die in der Psychiatrie sind nur aus einem Grund da sind, sie werden nicht geliebt und deshalb werden sie verrückt.

Der Spiegel stellt richtig heraus, dass der Ich-Erzähler Sex als "zweites Differenzierungssystem" neben Geld ansieht. In dem Artikel wird jedoch nicht gesagt wen der Ich-Erzähler als Sieger dieser zwei Systeme sieht. Denn in beiden Systemen regiere das Recht des Stärkeren bzw. Attraktivsten und zu diesen zähle er sich selbst nicht. Dieser Punkt ist eine der wichtigsten Erkenntnisse des Buches. Denn durch diese Analyse des Ich-Erzählers wird nochmal der Hass und die Kritik an der Gesellschaft, die der Ich-Erzähler öfter anschneidet, verdeutlicht. Der Ich-Erzähler beschreibt den Zustand seiner Zeit mit einem Wort-Verbiiterung.

Der Spiegel kritisiert die begrenzten Ausdrucksmittel des Autors, die "blechernde Wegwerf-Sprache" und das das Buch keinen individuellen Stil habe. Jedoch ist genau das der individuelle Stil des Autors und wie es der Kritiker Frederic Badré richtig erkannt hat, ist es der neue Realismus. Dieses Buch braucht diese nüchterne, knappe Sprache um diesen Prozess des Erlöschen menschlicher Beziehungen zu unterstützen.

Weiter schreibt der Spiegel, dass die Botschaften des Buches einen sehr persönlichen Kern habe und der Autor seine eigene Geschichte darin verarbeitet habe. Dies kann man jedoch nicht 100% belegen. Klar ist jedoch, dass der Autor von sehr vielen Menschen Zustimmung bekommt und sich einige in dem Buch wiedererkennen bzw genauso denken. Und auch wenn dieses Buch schon über 20 Jahre alt ist, entdeckt man noch viele Parallelen zu unserer heutigen Zeit. Dieses Buch ist noch immer aktuell. Ich denke viele können sich auch heute noch mit dem Ich-Erzähler identifizieren.
17.4.16 13:51
 


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