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Die neue Liebesordnung

Eva Illlouz versucht in ihrem Buch" Die neue Liebesordnung- Frauen Männer und Shades of Grey" zu erklären, warum die Romanreihe 50 Shades of Grey ein weltweiter Bestseller geworden ist.
Nun stellt sich die Frage, was dieses Buch mit unserem Seminarthema zu tun hat. Illouz schreibt in ihrem Buch nicht nur über 50 Shades of Grey, sondern sie versucht zu verstehen inwieweit uns aktuelle Bestseller etwas über den Wandel unserer Gesellschaft sagen können. "Erfolgreiche Bücher sind so etwas wie Barometer für Normen und Ideale einer Gesellschaft"(S.7) behauptet sie im ersten Kapitel ihres Buches. Bestseller zeigen uns also was gerade unsere Gesellschaft beschäftigt und wofür sie sich interessiert.
In 50 shades of Grey geht es hauptsächlich und Liebe, Intimität und Sex aber auch um die sexuelle Selbstfindung die in unserer Gesellschaft sehr aktuell ist und vielleicht auch durch Shades of Grey nochmal an Bedeutung gewonnen hat.Schließlich waren die Bücher sehr erfolgreich und stieß auf große Resonanz.
Illouz sagt weiterhin, dass die Triologie Frauenromane sind nicht zuletzt, weil die Protagonistin als ein wunderbares Beispiel für Feminismus und die Emanzipation der Frau gilt. "Shades of Grey[...] verkörpert den letztendlichen Triumph des weiblichen Blicks in der Kultur- eines Blicks, der auf Liebe und Sexualität, auf Emotionen, auf die Möglichkeit , eine dauerhafte Liebesbeziehung mit einem Mann einzugehen[...]" (S. 9).
Sie behauptet auch, dass moderne Populärliteratur wie Shades of Grey als Anleitung zur Selbstfindung der Frau gesehen werden kann und auf der gleichen Ebene wie "Frauenzeitschriften, Selbsthilferatgeber,
Liebesromane und Talkshows"(S.30) fungieren. Frauen lesen also diese Bücher um sie als Vorbild für ihr eigenes Leben zu nehmen( Die gesteigerte Verkaufszahlen von Bondage- Produkten unterstützt diese These sogar).

Man sieht also in Eva Illouz Buch werden auch einige Themen besprochen die für unser Seminar doch recht interessante Diskussionspunkte bietet.
19.6.16 19:03


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Das Ende der Liebe

Die freien Menschen und die Nichtliebe.
Sven Hillenkamp beschreibt im ersten Teil seines Buches "Das Ende der Liebe" die Unmöglichkeit der Liebe in Zeiten der unendlichen Möglichkeiten. Er behauptet, wir seien so frei, dass wir gar nicht mehr lieben könnten. Unsere vermeintliche Freiheit wird zum Zwang den perfekten Partner, die perfekte Beziehung etc. zu finden. Hat man nur einen Mangel an seinem Partner entdeckt trennt man sich von ihm, da es ja scheinbar immer die Möglichkeiten gibt einen neuen, besseren und perfekteren Partner zu finden. Wir haben heutzutage so viele Möglichkeiten um den perfekten Partner zu Suchen. Früher musste man rausgehen um (Liebes-)bekanntschaften zu machen und heute findet man den scheinbar perfekt zugeschnittenen Partner im Internet. Und dieses ständige Suchen sei der Grund, warum die Menschen keine Liebe finden. Die Menschen haben immer die Hoffnung dem Traumpartner zu begegnen und sind immer und ständig auf der Suche. Egal was sie gerade tun, ob sie im Café sitzen oder in der Bahn nach hause fahren, ständig sei die Hoffnung da der Wunschpartner kommt zur Tür herein. Früher hätten sich die Menschen der Liebe verschlossen und heute seien sie der Liebe zu offen, schreibt Hillenkamp. Er bezeichnet diesen Zustand als "Liebeshoffnung" oder "Liebeserwartung". Zudem schreibt Hillenkamp, dass sich viele schon Trennen bevor sie sich lieben können. Das heißt die Menschen trennen sich schneller, weil sie etwas Besseres finden könnten.
In Hillenkamps Buch finden sich viele Gemeinsamkeiten und Parallelen zu Themen und Fragen aus "Wir kommen" von Ronja von Rönne. Zum einen beschreibt Hillenkamp im Abschnitt "Das Zeitalter der unendlichen Freiheit" die Paradoxie der freien Wahl und die unendlichen Entscheidungsfreiheiten die dann zum Zwang der Freiheit wird. Auch in
" Wir kommen" finden wir dieses Thema, dass alle vier Protagonisten zu viele Entscheidungsfreiheiten haben und sich doch nicht entscheiden können. Wie z.B. Nora die einfach par tout keine Entscheidung treffen möchte und sich alle Entscheidungen lieber abnehmen lassen möchte.
Weiter beschreibt Hillenkamp noch ein weiteres Thema, dass bei Ronja von Rönne eine Rolle spielt: Der Mensch sei auch mit anderen einsam, weil er einen Kampf mit sich selbst führe. Genau so empfindet es auch die Protagonistin Nora. Obwohl sie eine Vierer-Beziehung führt, fühlt sie sich einsam, weil sie selbst nicht weiß was sie will.
Ein weiteres, gemeinsames Phänomen über das Hillenkamp schreibt, ist, dass viele Menschen nach einer vergangenen Liebe suchen. Das heißt der aktuelle Partner soll sie an vergangene Partner erinnern und danach suchen die Menschen ganz gezielt. "Sie lieben in der Erinnerung". Bei der Protagonistin Nora merkt man dies auch, sie erinnert sich im Buch immer wieder an ihre Freundin Maja und ihre Vierer-Beziehung. Sie vergleicht viele Situationen mit ihren Erinnerungen und wünscht sich diese Zeit zurück, weil diese sie an eine glückliche Zeit erinnere.

Ich komme nun zu zwei Kritikpunkten die mir in Hillenkamps Buch aufgefallen sind. Hillenkamp schreibt ziemlich am Anfang seines Buches, dass wir heutzutage auf der Starße und in der Stadt mehr Kontakt mit Menschen haben und schneller ins Gespräch kommen. Ich denke heutzutage ist das eher umgekehrt. In der Stadt sind alle anonym, man beschränkt seine Konversationen auf das Nötigste. In der Stadt ist alles schnelllebiger, eher subjektiv( jeder achtet nur auf sich selbst), teilsweise auch ignorant, da die meisten nur im Stress sind und keine Zeit haben um auf unbekannte Personen zu achten, dazu kommt noch die Technik, viele konzentrieren sich nur auf ihr Smartphone und die Musik die sie über Kopfhörer hören. Früher gab es sowas nicht, man konnte seine Mails nicht unterwegs erledigen oder seiner Freundesliste rauf und runter schreiben. Um Kontakte aufrecht zu erhalten oder zu knüpfen wurde man quasi gezwungen mit mehr Menschen zu reden.
Der zweite Punkt der mir aufgefallen ist, ist die Aussage, dass die Erste Liebe auch die Letzte Liebe sei und man sich immer nur andere Partner sucht, die die gleichen Eigenschaften haben wie die Erste Liebe. Wir haben so sagt Hillenkamp unser Herz an unsere Erste Liebe verloren. Dem würde ich nicht ganz zu stimmen. Natürlich erinnert man sich immer wieder an die erste Liebe, weil es etwas Neues war und man in dieser Zeit wohl sehr glücklich war, doch ich denke nicht, dass man sich einen neuen Partner sucht der genau so ist. Es gibt ja schließlich einen Grund warum es nun der Ex ist. Hillenkamp begründet seine Aussage damit, dass wir uns immer zu schnell trennen und unsere Entscheidung später bereuen, weil wir uns nur an die glücklichen Momente der ersten Liebe zurück erinnern und dadurch eine Sehnsucht entwickeln. Diese Fälle gibt es wahrscheinlich auch aber ich glaube nicht, dass die auf jeden zutrifft. Allgemein schreibt Hillenkamp sehr verallgemeinert, er nennt zu Beginn sehr viele Beispiele und Zitate, dennoch kann man diese Aussagen nicht auf alle Menschen oder eine Generation beziehen. Er nennt auch keine empirische Grundlage die man nachvollziehen kann, ich muss aber dazu sagen, dass manche Beispiele einem bekannt vorkommen oder man sogar solche Personen kennt. trotzdem kann ich nicht alle Aussagen, von meinen Erfahrungen ausgehend, bestätigen.
12.6.16 18:05


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